Wissenswertes zum Thema Stellungnahme

Stellungnahme ist eine in der Berufsschule übliche Bezeichnung für eine Erörterung. Warum das so ist weiß ich nicht. Wahrscheinlich haben sich das die schlauen Leute im Kultusministerium einfallen lassen.

Bei Stellungnahmen/Erörterungen lassen sich zwei Typen unterscheiden: Die textgebundene Erörterung, die sich immer auf einen vorgegebenen Text bezieht, und die freie Erörterung, bei der nur ein Thema vorgegeben ist.

1. textgebundene Stellungnahme

Eine textgebundene Erörterung geht von einer Textvorlage aus, die eine strittige Frage behandelt. Bei dieser Form wird zunächst das behandelte Problem benannt, die Textvorlage erschlossen und der Gedankengang des Textes zusammenfassend wiedergegeben. Danach werden die im Text vertretenen Thesen und Argumente dargestellt. Im Anschluss daran folgt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gedankengang des Textes. Dabei werden die einzelnen Thesen und Argumente des Textes geprüft und durch weitere (eigene) Argumente gestützt oder widerlegt.

2. freie Erörterung

Eine freie Stellungnahme erörtert ein Thema unabhängig von einer Textvorlage. Es lassen sich hier wieder zwei Typen unterscheiden: Die sachbezogene und die problembezogene Erörterung.
Bei der sachbezogenen Stellungnahme wird ein Sachverhalt erörtert bzw. dargelegt. Dies soll möglichst ausführlich und umfassend geschehen. Das Thema soll von allen Seiten beleuchtet werden.

Bei der problembezogenen Stellungnahme handelt es sich um die klassische Pro-/Contra Debatte. Es gibt ein Problem und man kann entweder dafür oder dagegen sein. Bei der problembezogenen Stellungnahme soll man sowohl Pro- als auch Contraargumente vortragen und danach auf den Argumenten aufbauend nach Möglichkeit eindeutig Stellung beziehen. Hier eine kleine Gegenüberstellung:

sachbezogene/problembezogene Stellungnahme
Alte Bücher liegen auf einem Tisch
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